Google Fonts & externe Dienste in Elementor DSGVO-konform einbinden
Elementor Google Fonts DSGVO-konform zu nutzen heißt: Die Schriften liegen auf deinem eigenen Server und werden nicht von Google geladen. Dann geht beim Seitenaufruf keine IP-Adresse an Google. Für eingebettete Dienste wie YouTube, Google Maps oder Vimeo gilt ein anderes Prinzip: Sie dürfen erst laden, wenn der Besucher zugestimmt hat. Beides lässt sich in Elementor sauber lösen, meist in unter einer Stunde. Warum das wichtig ist und wo die übrigen Datenschutz-Fallen stecken, erklären wir in Ist Elementor DSGVO-konform?. Hier geht es um die Umsetzung.
Schritt 1: Herausfinden, was deine Website extern lädt
Bevor du etwas umstellst, prüf den Ist-Zustand. Öffne deine Website in einem privaten Browserfenster, dann die Entwicklertools und dort den Tab „Netzwerk“. Lade die Seite neu, ohne das Cookie-Banner anzuklicken, und filtere nach „google“, „youtube“ und „vimeo“.
Anfragen an fonts.googleapis.com oder fonts.gstatic.com zeigen: Schriften kommen von Google. Anfragen an youtube.com, google.com/maps oder player.vimeo.com zeigen: Einbettungen laden ohne Einwilligung. Wiederhol den Test auf zwei, drei Unterseiten, denn nicht jede Seite nutzt dieselben Elemente.
Schritt 2: Elementor Google Fonts DSGVO-konform lokal laden
Elementor kann die Google Fonts, die du in Global Fonts und Widgets verwendest, selbst lokal ausliefern. Die Einstellung findest du unter
Elementor > Editor > Einstellungen > Erweitert
Ist sie aktiv, lädt Elementor die Schriftdateien einmal herunter und liefert sie danach von deinem Server aus. Danach unter Elementor → Tools die CSS-Dateien neu generieren und einen eventuellen Cache leeren. Sonst zeigen Besucher noch die alten Verweise auf Google.
Alternative: eigene Schriften hochladen Mit Elementor Pro kannst du Schriften auch selbst als WOFF2-Datei hochladen (Custom Fonts). Das lohnt sich, wenn du nur wenige Schnitte brauchst oder eine Schrift nutzt, die nicht von Google stammt. Google Fonts stehen unter freien Lizenzen und dürfen selbst gehostet werden. Bei gekauften Schriften prüf die Lizenz für den Webeinsatz. Nebeneffekt, den wir gern mitnehmen: Wer nur die Schnitte lädt, die er wirklich nutzt, macht die Website schneller. Das zahlt auf die Core Web Vitals ein.
Schritt 3: Theme und Plugins prüfen
Elementor ist oft nicht die einzige Quelle. Manche Themes, Slider oder Formular-Plugins laden eigene Google Fonts nach, unabhängig von der Elementor-Einstellung. Taucht im Netzwerk-Tab nach Schritt 2 immer noch fonts.googleapis.com auf, deaktivier testweise einzelne Plugins, bis die Anfrage verschwindet.
Mit dem schlanken Hello Theme von Elementor hast du hier am wenigsten Arbeit. Bei größeren Themes musst du die Schriften meist in den Theme-Einstellungen separat abschalten.
Schritt 4: YouTube, Google Maps und Recaptcha erst nach Einwilligung laden
Eingebettete Videos und Karten laden externe Skripte und setzen teilweise Cookies, sobald die Seite aufgerufen wird. Lokal hosten lässt sich das nicht. Die Lösung ist, die Einbettung bis zur Zustimmung zu blockieren.
YouTube
Nutze den erweiterten Datenschutzmodus (youtube-nocookie.com). Er reduziert Cookies, ersetzt aber keine Einwilligung, denn beim Abspielen werden trotzdem Daten an YouTube übertragen.
Google Maps
Das Google-Maps-Widget von Elementor bindet die Karte direkt ein. Auch hier brauchst du einen Content-Blocker. Eine schlanke Alternative: ein statisches Kartenbild mit Link zu Google Maps. Dann lädt gar nichts von Google, bis jemand bewusst klickt.
reCAPTCHA im Formular
Auch reCAPTCHA ist ein externer Dienst. Es lädt Skripte von Google und überträgt dabei Daten, oft schon beim Seitenaufruf und nicht erst beim Absenden. Borlabs Cookie kann reCAPTCHA im Elementor-Formular blockieren, bis der Besucher zustimmt. Bis dahin sieht er im Formular einen Hinweis statt des Captchas.
Der Haken: Wer nicht zustimmt, kann das Formular in der Regel erst nach der Einwilligung absenden. Welche Spam-Schutz-Lösungen ganz ohne Google auskommen, zeigen wir in Elementor-Formulare datenschutzkonform aufsetzen.
Welches Consent-Tool Einbettungen zuverlässig blockiert und gut mit Elementor zusammenspielt, vergleichen wir in Consent-Tools für Elementor im Vergleich.
Ein Consent-Tool mit Content-Blocker, wie beispielsweise Borlabs Cookie [Affiliate Link] zeigt statt des Videos oder externer Inhalte ein Vorschaubild mit Hinweis. Erst nach dem Klick lädt das Video.
Schritt 5: Datenschutzerklärung anpassen
Nach der Umstellung muss die Datenschutzerklärung zu dem passen, was die Website tatsächlich lädt. Fliegt Google Fonts raus, kann der Abschnitt dazu entfallen. Bleiben YouTube und Maps über Einwilligung drin, müssen sie beschrieben sein. Danach den Test aus Schritt 1 wiederholen: Vor der Zustimmung sollte keine Anfrage an Google, YouTube oder externen Diensten mehr auftauchen.
Fazit: einmal umstellen, dauerhaft Ruhe
Lokale Schriften und blockierte Einbettungen sind keine Raketenwissenschaft, aber sie müssen vollständig sein. Ein einzelnes Plugin, das doch noch Google Fonts nachlädt, reicht für das Problem. Deshalb prüfen wir bei jedem Projekt am Ende im Netzwerk-Tab, ob wirklich nichts mehr vor der Einwilligung lädt.
So übergeben wir Websites an Unternehmen: technisch sauber und so dokumentiert, dass du sie danach selbst pflegen kannst. Mehr dazu auf Elementor für Unternehmen. Den Überblick über alle Datenschutz-Themen findest du im Leitfaden Elementor & DSGVO.
Du willst nicht selbst im Netzwerk-Tab suchen? Wir prüfen deine Website und sagen dir offen, was zu tun ist.
Dieser Beitrag erklärt die technischen Stellschrauben aus Umsetzungssicht und ist keine Rechtsberatung. Für die verbindliche Beurteilung deines Einzelfalls hilft dir eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für IT-Recht.